Demographischer Wandel

In der Stadt, wo es viele junge Menschen gibt, fehlen die Sportanlagen, auf dem Land gibt es die, aber es fehlen die Sportler. In der Summe führt das dazu, dass Sportvereine sterben.“

Rainer Koch, Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), im Buch „Fieberwahn. Wie der Fußball seine Basis verkauft“ von Christoph Ruf.

Der Demographische Wandel macht auch vor dem Amateurfußball nicht Halt. Die geburtenschwachen Jahrgänge seit der Jahrtausendwende haben dafür gesorgt, dass die Anzahl der Jugendmannschaften im Fußball in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist. Erschwerend kommt das Phänomen der Landflucht hinzu: Gerade junge Paare zieht es heute mehr und mehr aus strukturschwachen Regionen in die Städte, wo sie dann eine Familie gründen. In der Folge ist die von BFV-Präsident Rainer Koch beschriebene Entwicklung zu beobachten: Während die Amateurfußballanlagen in den Ballungszentren überfüllt sind und die Jugendabteilungen der dortigen Vereine aus Kapazitätsgründen teilweise keine Kinder mehr aufnehmen können, müssen sich Vereine auf dem Land mangels Nachwuchs zu Spielgemeinschaften zusammenschließen – zum Leidwesen derer, für die gerade die Abgrenzung zu und Rivalität mit anderen Vereinen in der Region zur Identitätsbildung beigetragen hat.

Auf der anderen Seite gehen die Babyboomer, die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre, nun nach und nach in Rente – was bedeutet, dass sie einerseits mehr Zeit zum aktiven Sporttreiben haben und andererseits mehr Zeit für ehrenamtliches Engagement. Die Interessen dieser Gruppe gilt es für Amateurfußballvereine stärker zu berücksichtigen, soll der Negativtrend der letzten Jahre gestoppt werden.

Schließlich sollen Amateurfußballvereine das bleiben, was sie seit Jahrzehnten sind: Orte der Begegnung zwischen Jung, Mittelalt und Alt – ein Bindeglied zwischen den Generationen .

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