Nachwuchsprobleme im Amateurfußball: Fachleute und Vereinsvertreter diskutieren in Fürth über den demographischen Wandel – und den Umgang mit eSport

Der Amateurfußball steht vor einem Nachwuchsproblem: Seit einigen Jahren schon meldet der DFB rückläufige Zahlen bei den Jugendmannschaften. Welche Schuld daran trägt der demographische Wandel? Ist der eSport ein Mittel, um den Negativtrend zu stoppen und junge Mitglieder zu gewinnen? Diese Fragen stehen im Fokus der zweiten Ausgabe der Veranstaltungsreihe „Mikrokosmos Amateurfußball“ am 10. Mai im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer in Fürth.

Der Amateurfußball hat Nachwuchssorgen. Ausdruck dafür ist die steigende Zahl an Spielgemeinschaften im Jugendbereich: Verfügt ein Verein nicht über ausreichend Spieler für eine Junioren-Mannschaft, ist der Zusammenschluss mit dem Nachbarverein oft die einzige Option, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Für die A- und B-Jugenden gab der Bayerische Fußball-Verband hierzu erst kürzlich Zahlen bekannt: Zur Saison 2015/16 spielte in Bayern rund ein Drittel der Mannschaften dieser Alterskategorien in einer Spielgemeinschaft. Zur Saison 2018/19 waren es bereits knapp 45 Prozent – fast jede zweite Mannschaft.

Gibt es schlichtweg immer weniger Jugendliche in Bayern? Sprich: Ist – wie viele mutmaßen – der demographische Wandel Schuld am ausbleibenden Nachwuchs? Diese Frage bildet den Ausgangspunkt für die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung „Mikrokosmos Amateurfußball: (Sozio-)demographischer Wandel im Amateurfußball“ am 10. Mai am Kleeblatt Campus im Sportpark Ronhof | Thomas Sommer in Fürth. „Auch in Mittelfranken beklagen viele Amateurfußballvereine Nachwuchsprobleme. Auf der Veranstaltung wollen wir auf Basis neuester wissenschaftlicher Untersuchungen zusammen mit Vereinsvertreterinnen und -vertretern erörtern, warum es zu diesen Problemen kommt. Wir hoffen auf viele Teilnehmende, die das Thema aus ihrer Sicht darstellen und mit uns diskutieren wollen“, erklärt Tim Frohwein, Projektleiter von Mikrokosmos Amateurfußball.

Auf der Veranstaltung soll allerdings nicht nur Ursachenforschung betrieben werden. Zum Abschluss des Nachmittags moderiert die ehemalige Profifußballerin und Geschäftsführerin des SPORTBUSINESS CAMPUS Kathrin Lehman eine Podiumsdiskussion zum Thema „Amateurfußball und eSport: Konkurrenz oder Ergänzung?“. Auf kontroverse Weise möchte sie mit Benjamin Engler von der Agentur eSports Studio, dem Sportsoziologen Andreas Hoffmann und Dr. Daniel Illmer vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) diskutieren, ob der eSport ein mögliches Mittel darstellt, um neue Mitglieder zu gewinnen.

„Gegeneinander FIFA 2019 an der Konsole zu spielen, ist heute eine ganz normale Freizeitbeschäftigung, die von hunderttausenden Jugendlichen in Deutschland ausgeübt wird. eSport ist also längst in unserer Gesellschaft angekommen. Das sollten auch Amateurfußballvereine registrieren und sich der Frage widmen, wie sie mit diesem Phänomen umgehen wollen“, so Kathrin Lehmann.

Für den anekdotenhaften Teil der Veranstaltung sind die Nürnberger Nachrichten verantwortlich: Sportredakteur Michael Fischer porträtiert Amateurfußballvereine als Begegnungsstätten für Jung, Mittelalt und Alt und stellt die interessantesten Geschichten aus den Lokalredaktionen vor.

Der Programmflyer zur Veranstaltung findet sich hier. Eine kostenlose Anmeldung ist über eine kurze E-Mail-Benachrichtigung an johannes.uschalt@stmuk.bayern.de möglich.

Anmerkung: Dieser Text entspricht der Pressemitteilung zur Veranstaltung am 10. Mai in Fürth.

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